Recht und Ordnung auch an der Fasnet
Noch weit in unser Jahrhundert hinein hatte jede Gemeindeverwaltung einen
Gemeindediener, auch Dorfbüttel genannt, der die örtlichen, wichtigen
Mitteilungen zu verkünden hatte. Er ging mit einer Schelle durch den Ort und
verkündete der Bevölkerung an verschiedenen Plätzen, das, was die
Gemeindeverwaltung für interessant und wissenswert hielt. Darüber hinaus
hatte er auch eine gewisse Ordnungsfunktion.
Später wurde diese Funktion durch örtliche Anschlagbretter abgelöst.
Als aber in den 50er Jahren, gerade in den kleineren Orten, die ersten
Narrenvereine gegründet wurden, erinnerte man sich des Dorfbüttels und
schuf daraus die Figur des Narrenpolizisten. So trägt dieser ein Häs einer
früheren Uniform ähnlich.
In Bohlingen trägt er derzeit eine rote Hose mit blauen Streifen, eine rote
Weste und einen blauen Gehrock, der auf Schulter, an den Ärmeln und an der
Vorderseite einen rot goldenen Besatz hat. Auf dem Kopf trägt er einen mit
einem goldenen Wappen verzierten Helm. Dazu trägt er einen Säbel, sowie das
wichtigste Utensil: eine Schelle.
In früheren Zeiten war es die Aufgabe des Narrenpolizisten am Schmutzige
Dunnschtig die Fasnacht auszurufen und närrische Begebenheiten zu
verkünden. Auch war es ihm vorbehalten den Narrenbaumumzug durch das Ort
anzuführen.
Inzwischen führt der Narrenpolizist auch bei Narrentreffen und in innerörtlichen
Umzügen die Zunft an. Auch liegt bei ihm das Rügerecht aus früherer Zeit.
Deshalb behält er sich auch vor Strafen auszusprechen, so z.B. am Schmutzige
Dunnschtig, wenn der Ortsvorsteher nicht freiwillig die Amtsgewalt übergeben will.